Die Grenze in uns: Spuren räumlicher Verhinderung

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Ein Grenzer an der Berliner Mauer Was Grenzen machen ist die Frage, die diesem Essay vorausgeht. Was Grenzen macht ist ihr Anhängsel, durch das wir sie beantworten werden. Stellt man beides nebeneinander, zeigt sich, dass sie sich in mehr unterscheiden, als einem veränderten Prädikat. Berührt erstere die Funktion der Grenze, will letztere sie ursächlich begründen. Zweifelsohne ist die Grenze verstehbar, hat einen Grund; doch wissen wir wenig über ihre wahre Herkunft. Unser Grenzbild ist lückenhaft, verdeckt von Verlustängsten und überblendet von der vermeintlichen Notwendigkeit des Gegenwärtigen. »Die Würde der Grenze ist unantastbar« heißt es dort, wo Eigensucht die Errungenschaften eines ergrauten Europas unter Beifall übertönt. Sie ist das letzte Heiligtum einer erodierten Moderne, deren Existenzrecht auf ihren einstigen Marktplätzen von den einen ummauert und…