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Ich lebe nun in einer Zeit, in der die Menschen wieder demonstrieren. Auch in Deutschland gingen viele friedlich auf die Straßen. Die Geschichten, die zum Verschwinden gebracht werden sollen, sind auch die meiner Vorfahren, die Einwanderer waren, es sind die der Frauen, die für Rechte gekämpft haben, die ich einfach erhalten habe. In Deutschland gibt es keinen weltberühmten Abraham Lincoln, keinen Martin Luther King, auch keinen Barack Obama. Doch auch hier wird die dumpfe Botschaft immer lauter: “Wir”, das meint für manche “wie wir”. Doch wir, die hier geboren sind, deren Einwanderereltern derzeit fast aus dem Diskurs verschwunden sind, sind Teil dieses Wir. Wir schaffen seit Jahrzehnten ein neues Wir. Wir verschwinden nicht durch solche, die uns anfeinden. Jene, die sich gegen das Verschwinden wehren, sind Anfeindungen gewohnt. Die neue Verrohung ist für uns Fake News. Wir kennen das längst. Wir lassen uns nicht wieder unsichtbar machen, wir haben aus alten Fehlern gelernt. Wir sind hier. Lebt damit! Und mit uns.

SZ: Kolumne Identität