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Auf diesen erinnerungskulturellen Tabubruch vor allem hat sich – zweitens – die öffentliche Empörung konzentriert und damit Höcke die Gelegenheit gegeben, in bekannter AfD-Manier augenzwinkernd zurückzurudern – natürlich habe seine Rede von der deutschen Schande dem Verbrechen gegolten und nicht seinem Denkmal. Aber seine Rede markierte eben nicht nur ein kokettes Spiel mit dem zur staatlichen Identität der Bundesrepublik gewordenen Anspruch auf Bewältigung statt Verdrängung oder Leugnung der Vergangenheit, sondern sie bricht in nonchalanter Unbefangenheit die bisher geltenden Spielregeln der politischen Verständigung in Deutschland. Präziser: Seine Dresdner Rede holt die Sprache des Faschismus zurück in die Gegenwart. Sie nutzt das in der nationalsozialistischen „Kampfzeit“ entwickelte Argumentationsarsenal, indem sie die Politiker der verrotteten „Altparteien“ in absurdester Reihung – nämlich von Angela Merkel bis Erich Honecker – über denselben Kamm der „erbärmlichen Apparatschiks“ schert, „die nur noch ihre Pfründe verteilen wollen“

http://www.zeitgeschichte-online.de/kommentar/hoecke-und-wir

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