in Allgemein

Das Lob der ruhigen Analyse

Für die FR unterhält sich Arno Widman mit Herfried Münkler über die philosophischen Wurzeln der RAF, über Machiavelli und Clausewitz, über die politische Verführbarkeit von Intellektuellen und über die ästhetische Perspektive der Politikwissenschaft. (01.12.18)

Der lange Abschied der Geisteswissenschaften

Waren die Geisteswissenschaften nicht schon immer in der Krise? Dirk Baecker beruhigt in der FAZ zunächst mit doch halbwegs soliden Berufsaussichten, die aber kaum darüber hinwegtrösten, dass die Geisteswissenschaften keine Adressaten jenseits der Uni mehr haben. Dabei sind sie ob ihrer Tradition genau das, was die Informationsgesellschaft nötig hat. (02.12.18)

Darf man das?

Was möglich ist, wird auch gemacht, wie der chinesische Fall genmanipulierter Zwillinge jüngst wieder bewies. Otfried Höffe sammelt in der NZZ die ethische Fragen (und Dilemmata) der Gentechnik im Allgemeinen und dieses Falls im Besonderen und was das Problem mit der Binse ist, der Mensch würde „Gott spielen“. (05.12.18)

Komplizen des Unverfügbaren“

Tiere sind Trost und Faszinosum, wie Andrea Köhler in der NZZ anhand vieler Beispiele für die oft einseitige und paradoxe Beziehung zwischen Mensch und Tiere schreibt. Nebenbei verweist sie auf eine Ausstellung über die Rolle des Tiers in Mode und Industrie sowie auf ein NZZ-Format-Video über artgerechte Rinderhaltung und -schlachtung. (05.12.18)

Das Elend der ewigen Pause

Die Spektrum-Reihe über die sieben Todsünden ist bei der Faulheit angekommen, die heute etwa in Gestalt der Prokrastination oder Depression auftritt. Theodor Schaarschmidt stellt damit die Vielfalt der Begriffe und Phänomene klar – und da mangelnde Selbstkontrolle oft mit gehörigem Leidensdruck verbunden ist, gibt es noch einige Tipps zum Umgang damit. (07.12.18)

Das Ende der Aristokratie

Zum Jahrestag der Ermordung Caesars zeichnet Berthold Seewald in der WELT nach, wie Cicero zur Rettung der Republik auserkoren wurde, was wegen seines unsteten Wesens keine gute Idee war. Am Ende finden seine Feinde zusammen und setzen den großen Redner auf ihre Todesliste. (07.12.18)

Bücher

Die Gesamtausgabe der Werke Hannah Arendts ist mit Band 6 eröffnet, der die Marx-Lektüren versammelt, die Arendt nach ihrem Totalitarismus-Klassiker unternahm, und die NZZ freut sich über diesen ersten „aufschlussreichen Einblick in Arendts Schreibwerkstatt“. +++ Zum Auftakt der Kritischen Hannah-Arendt-Gesamtausgabe gibt es beim theorieblog ein Interview mit Barbara Hahn und Thomas Wild aus dem Herausgebergremium. +++ Arno Widmann ist in der FR ganz baff, wie es der Physiker Carlo Rovelli mit seinem neuen Buch schafft, ihm die Idee der Zeit auszureden. +++ Der ZEIT gilt Christopher Clarks Blick auf vier Epochen, die das deutsche Staats- und Zeitverständnis begründen, als „das wohl inspirierteste historische Buch seit Langem.“ +++ Das Soziologieblog bespricht Eva Illouz‘ neues Buch „Warum Liebe endet“.

Radio

Über Pluralismus und Identität unterhalten sich Isolde Charim und Jürgen Wiebicke beim Philosophischen Radio des WDR 5. Bei Essay und Diskurs im DLF ist morgen früh Johannes Ullmaiers Radioessay über die Melancholie zu hören, mittags geht es bei Sein und Streit u.a. um Freunde und Feinde in der Politik.

Noam Chomsky 90

Arno Widmann würdigt das Faszinosum Chomsky in der FR auch mit persönlichen Erinnerungen an die linke Lichtgestalt, die seit über einem halben Jahrhundert keiner Kontroverse aus dem Weg geht. Jürgen Kaube nennt Chomsky in der FAZ den „nicht wählbaren Ein-Mann-Sozialismus in Amerika“. Emran Feroz hat mit Chomsky das Buch „Kampf oder Untergang!“ verfasst und lobt ihn in der taz als ungebrochen aktiven Antifaschisten und letzten Universalgelehrten.

(Photo: Ella87, Limoges/FRANCE, pixabay.com, CC0)

Gelbe Westen

Im großen Nachbarland mit der Revolution proben die Gelbwesten den Aufstand und Joseph Hanimann denkt in der SZ darüber nach, wie viel Robespierre – und wenn ja: welcher – in den Krawallen steckt. Elsa Koester freut sich im Freitag über „herrliches politisches Chaos“ der Gelbwesten, deren größte Stärke und Hoffnung es ist, politisch schwer einzuordnen zu sein und z.B. beim Klimawandel die richtigen Fragen zu stellen. Jan Feddersen wundert sich in der taz, warum Edouard Louis, Schüler Didier Eribons und Geoffroy de Lagasnerie, Verständnis für die Gelbwesten empfindet und zum nützlichen Idioten der Rechtsextremisten dahinter zu werden droht. Und es ist ja nicht nur Louis: Von Bardot über Finkielkraut bis Hollande werben prominente Franzosen um Verständnis oder gleich Solidarität mit den vermeintlichen Abgehängten, wie der Tagesspiegel resümiert.

Das Weitere und Engere

Aus den Wissenschaften: Psychologie-Studentinnen fürchten Statistik, nicht jedoch, wenn sie von Corinna Baum gelehrt wird, die laut FAZ zur „Professorin des Jahres“ gewählt wurde. +++ Spektrum berichtet über eine Studie, wonach die Wahrnehmungsstörung der Immerschlimmeritis mit einer gewohnheitsmäßigen Begriffsverschiebung zusammenhängt. +++ Auch die Nostalgie war früher besser, wie das Hypotheses-Blog „Homesick for Yesterday“ anhand einschlägiger historischer Debatten der Zeitschrift Merkurs nachweist.

Künstliche Intelligenz: Die Go spielende KI ist von ihrer Nachfolgerin plattgemacht worden: AlphaZero spielt nicht nur besser Brettspiele, sie hat sich auch alles alleine beigebracht, wie in der SZ zu lesen ist. +++ Peter Buxmann plädiert in der SZ dafür, dass KI made in Germany ihren Rückstand aufholen soll, indem ethische Standards konsequent in die selbstlernenden Maschinen integriert werden. +++ Im Wettrennen um die Künstliche Intelligenz spielen Nationalstaaten eine seltsam zentrale Rolle. Matthias Becker blickt in einem zweiteiligen Telepolis-Essay zunächst auf die ökonomischen und militärischen Nationalinteressen, sodann darauf, wie es Deutschland damit in der KI-Frage hält.

Trotz Philosophie: Der Freitag hat dazu aufgerufen, unter dem Hashtag #unten Erfahrung sozialer Ungleichheit zu teilen. Anatol Stefanowitsch erklärt in der taz, warum er ein Problem mit dem Begriff „unten“ hat. +++ Auch der Standard berichtet über die russische Kampagne dagegen, den Flughafen Kaliningrads nach Immanuel Kant zu benennen. +++ Nils Markwardt denkt im Freitag darüber nach, ob Empathie, Mildtätigkeit, effektiver Altruismus oder eben die gute alte Solidarität das Gebot der Stunde sei. +++ Künstlich ist alles Menschgemachte, natürlich ist alles, was ohne menschliches Zutun entsteht. Matthias Warkus erklärt in seiner Spektrum-Kolumne, warum dieses aristotelische Kriterium nicht so einfach ist, wie es aussieht.

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Das Lob der ruhigen Analyse

Für die FR unterhält sich Arno Widman mit Herfried Münkler über die philosophischen Wurzeln der RAF, über Machiavelli und Clausewitz, über die politische Verführbarkeit von Intellektuellen und über die ästhetische Perspektive der Politikwissenschaft. (01.12.18)

Der lange Abschied der Geisteswissenschaften

Waren die Geisteswissenschaften nicht schon immer in der Krise? Dirk Baecker beruhigt in der FAZ zunächst mit doch halbwegs soliden Berufsaussichten, die aber kaum darüber hinwegtrösten, dass die Geisteswissenschaften keine Adressaten jenseits der Uni mehr haben. Dabei sind sie ob ihrer Tradition genau das, was die Informationsgesellschaft nötig hat. (02.12.18)

Darf man das?

Was möglich ist, wird auch gemacht, wie der chinesische Fall genmanipulierter Zwillinge jüngst wieder bewies. Otfried Höffe sammelt in der NZZ die ethische Fragen (und Dilemmata) der Gentechnik im Allgemeinen und dieses Falls im Besonderen und was das Problem mit der Binse ist, der Mensch würde „Gott spielen“. (05.12.18)

Komplizen des Unverfügbaren“

Tiere sind Trost und Faszinosum, wie Andrea Köhler in der NZZ anhand vieler Beispiele für die oft einseitige und paradoxe Beziehung zwischen Mensch und Tiere schreibt. Nebenbei verweist sie auf eine Ausstellung über die Rolle des Tiers in Mode und Industrie sowie auf ein NZZ-Format-Video über artgerechte Rinderhaltung und -schlachtung. (05.12.18)

Das Elend der ewigen Pause

Die Spektrum-Reihe über die sieben Todsünden ist bei der Faulheit angekommen, die heute etwa in Gestalt der Prokrastination oder Depression auftritt. Theodor Schaarschmidt stellt damit die Vielfalt der Begriffe und Phänomene klar – und da mangelnde Selbstkontrolle oft mit gehörigem Leidensdruck verbunden ist, gibt es noch einige Tipps zum Umgang damit. (07.12.18)

Das Ende der Aristokratie

Zum Jahrestag der Ermordung Caesars zeichnet Berthold Seewald in der WELT nach, wie Cicero zur Rettung der Republik auserkoren wurde, was wegen seines unsteten Wesens keine gute Idee war. Am Ende finden seine Feinde zusammen und setzen den großen Redner auf ihre Todesliste. (07.12.18)

Bücher

Die Gesamtausgabe der Werke Hannah Arendts ist mit Band 6 eröffnet, der die Marx-Lektüren versammelt, die Arendt nach ihrem Totalitarismus-Klassiker unternahm, und die NZZ freut sich über diesen ersten „aufschlussreichen Einblick in Arendts Schreibwerkstatt“. +++ Zum Auftakt der Kritischen Hannah-Arendt-Gesamtausgabe gibt es beim theorieblog ein Interview mit Barbara Hahn und Thomas Wild aus dem Herausgebergremium. +++ Arno Widmann ist in der FR ganz baff, wie es der Physiker Carlo Rovelli mit seinem neuen Buch schafft, ihm die Idee der Zeit auszureden. +++ Der ZEIT gilt Christopher Clarks Blick auf vier Epochen, die das deutsche Staats- und Zeitverständnis begründen, als „das wohl inspirierteste historische Buch seit Langem.“ +++ Das Soziologieblog bespricht Eva Illouz‘ neues Buch „Warum Liebe endet“.

Radio

Über Pluralismus und Identität unterhalten sich Isolde Charim und Jürgen Wiebicke beim Philosophischen Radio des WDR 5. Bei Essay und Diskurs im DLF ist morgen früh Johannes Ullmaiers Radioessay über die Melancholie zu hören, mittags geht es bei Sein und Streit u.a. um Freunde und Feinde in der Politik.

Noam Chomsky 90

Arno Widmann würdigt das Faszinosum Chomsky in der FR auch mit persönlichen Erinnerungen an die linke Lichtgestalt, die seit über einem halben Jahrhundert keiner Kontroverse aus dem Weg geht. Jürgen Kaube nennt Chomsky in der FAZ den „nicht wählbaren Ein-Mann-Sozialismus in Amerika“. Emran Feroz hat mit Chomsky das Buch „Kampf oder Untergang!“ verfasst und lobt ihn in der taz als ungebrochen aktiven Antifaschisten und letzten Universalgelehrten.

(Photo: Ella87, Limoges/FRANCE, pixabay.com, CC0)

Gelbe Westen

Im großen Nachbarland mit der Revolution proben die Gelbwesten den Aufstand und Joseph Hanimann denkt in der SZ darüber nach, wie viel Robespierre – und wenn ja: welcher – in den Krawallen steckt. Elsa Koester freut sich im Freitag über „herrliches politisches Chaos“ der Gelbwesten, deren größte Stärke und Hoffnung es ist, politisch schwer einzuordnen zu sein und z.B. beim Klimawandel die richtigen Fragen zu stellen. Jan Feddersen wundert sich in der taz, warum Edouard Louis, Schüler Didier Eribons und Geoffroy de Lagasnerie, Verständnis für die Gelbwesten empfindet und zum nützlichen Idioten der Rechtsextremisten dahinter zu werden droht. Und es ist ja nicht nur Louis: Von Bardot über Finkielkraut bis Hollande werben prominente Franzosen um Verständnis oder gleich Solidarität mit den vermeintlichen Abgehängten, wie der Tagesspiegel resümiert.

Das Weitere und Engere

Aus den Wissenschaften: Psychologie-Studentinnen fürchten Statistik, nicht jedoch, wenn sie von Corinna Baum gelehrt wird, die laut FAZ zur „Professorin des Jahres“ gewählt wurde. +++ Spektrum berichtet über eine Studie, wonach die Wahrnehmungsstörung der Immerschlimmeritis mit einer gewohnheitsmäßigen Begriffsverschiebung zusammenhängt. +++ Auch die Nostalgie war früher besser, wie das Hypotheses-Blog „Homesick for Yesterday“ anhand einschlägiger historischer Debatten der Zeitschrift Merkurs nachweist.

Künstliche Intelligenz: Die Go spielende KI ist von ihrer Nachfolgerin plattgemacht worden: AlphaZero spielt nicht nur besser Brettspiele, sie hat sich auch alles alleine beigebracht, wie in der SZ zu lesen ist. +++ Peter Buxmann plädiert in der SZ dafür, dass KI made in Germany ihren Rückstand aufholen soll, indem ethische Standards konsequent in die selbstlernenden Maschinen integriert werden. +++ Im Wettrennen um die Künstliche Intelligenz spielen Nationalstaaten eine seltsam zentrale Rolle. Matthias Becker blickt in einem zweiteiligen Telepolis-Essay zunächst auf die ökonomischen und militärischen Nationalinteressen, sodann darauf, wie es Deutschland damit in der KI-Frage hält.

Trotz Philosophie: Der Freitag hat dazu aufgerufen, unter dem Hashtag #unten Erfahrung sozialer Ungleichheit zu teilen. Anatol Stefanowitsch erklärt in der taz, warum er ein Problem mit dem Begriff „unten“ hat. +++ Auch der Standard berichtet über die russische Kampagne dagegen, den Flughafen Kaliningrads nach Immanuel Kant zu benennen. +++ Nils Markwardt denkt im Freitag darüber nach, ob Empathie, Mildtätigkeit, effektiver Altruismus oder eben die gute alte Solidarität das Gebot der Stunde sei. +++ Künstlich ist alles Menschgemachte, natürlich ist alles, was ohne menschliches Zutun entsteht. Matthias Warkus erklärt in seiner Spektrum-Kolumne, warum dieses aristotelische Kriterium nicht so einfach ist, wie es aussieht.

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