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Politische Ästhetik Vorträge und Aufsätze

Die in diesem Band zusammengefaßten Beiträge sind ihrer Entstehung nach Gelegenheitsarbeiten. In ihrer Mehrzahl wurden sie als Vorträge konzipiert. Sie unterscheiden sich in Sprache und Duktus nach der vorausgesetzten Zuhörerschaft. Dennoch besteht zwischen ihnen ein innerer Zusammenhang. Er rührt aus dem Versuch her, von Mal zu Mal mehr das Eigentümliche der gegenwärtigen Kunstsituation herauszuarbeiten. Mehr noch: Obgleich die wichtigsten Theoreme in den ursprünglich selbständigen Aufsätzen immer wieder anklingen, schlägt sich in ihrer zeitlichen Folge doch eine bestimmte Gedankenentwicklung nieder. Die Reihenfolge nach den Entstehungsdaten hat daher ihren besonderen Sinn, sie markiert zugleich Denkschritte. Eine Ausnahme macht lediglich die sehr frühe Kritik der Kunsttheorie Adornos, die an passender Stelle eingefügt wurde.
Der Titel »Politische Ästhetik« bezeichnet vorerst nur ein Programm. Er gibt an, worauf die gedanklichen Bemühungen von den unterschiedlichen Ansätzen her hinaus wollen. Die Behauptung, daß Kunst als Widerspiegelung gesellschaftlicher Realität verstanden werden kann, löst inzwischen kaum noch Befremden aus. Kunst reflektiert jedoch nicht nur die Praxis, sie greift auch in sie ein. Das macht ihre politische Dimension aus. Diese wäre erst noch ins allgemeine Bewußtsein zu heben und in ihren historischen Besonderheiten zu erkennen. Es ist die aktuelle gesellschaftliche Konstellation, die sowohl die Künstler wie die Kunsttheoretiker zur Einbeziehung des Politischen zwingt. Nur von der Reflexion auf die Gegenwart kann daher eine Ästhetik, die Kunst als politisches Phänomen zu erfassen sucht, ihren Ausgang nehmen.

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